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Analoge Prozesse entstauben

IT-Berater:innen sind gefragt und punkten mit Vielseitigkeit

Wenn IT-Projekte in Unternehmen zu groß oder für die hauseigene IT-Abteilung zu komplex werden, sind IT-Berater:innen gefragt. Ihre externe Expertise hilft Firmen dabei, die digitale Transformation zu meistern oder die digitale Infrastruktur in KMUs und Konzernen zu verbessern. Vor allem ist ihr frischer Blick auf bestehende Prozesse und die Erfahrungen aus anderen Projekten elementar.

Hier haben wir alle wichtigen Informationen über die Aufgaben und Karrieremöglichkeiten für Sie zusammengestellt und zeigen Ihnen die wichtigsten Fähigkeiten, die IT-Berater:innen für ihren Job mitbringen sollten.

Ein kleiner Ausflug in die Geschichte der Beratung

Die erste Beratungsfirma wurde 1886 in den USA gegründet und die Weltwirtschaftskrise von 1929 beschleunigte dort die Entwicklung von Unternehmensberatungen, blieben aber lokal in Übersee. Erst ab 1967 begannen die großen amerikanischen Beratungsgesellschaften ihre Präsenzen in Europa auszubauen. Gemeinsam mit den Kunden aus der Industrie differenzierten sich die Beratungshäuser während der 1970er und 80er Jahren immer mehr aus und es entstanden spezialisierte Strategie- und Technologieberatungen wie beispielsweise der IT-Beratung, um in der Komplexität kompetent genug bleiben zu können.

Was unterscheidet IT-Berater:innen von IT-Expert:innen?

Die Aufgaben von IT-Berater:innen umfassen die gesamte Bandbreite der Informationstechnologie in Unternehmen. Deshalb ist ein hohes Maß an Fachkenntnis gefragt, aber die Berater:innen-Expertise ist häufig begrenzter als die von Fachexpert:innen, die dann häufig hinzugezogen werden.

IT-Berater:innen müssen vor allem die Gesamtprozesse verstehen, Zusammenhänge herstellen und abstrahieren können. Sie ignorieren Details und abstrahieren strategischer. Expert:innen wiederum blenden die Gesamtzusammenhänge häufig aus, um sich voll und ganz auf das Detail der Problemstellung konzentrieren zu können. Dort liegt auch im Regelfall der wesentliche Unterschied in den unterschiedlichen Persönlichkeiten. IT-Berater:innen sind daher Interface und Compiler zwischen Entwicklung und Management. IT-Berater:innen haben eine zentrale Aufgabe: Sie verstehen die IT, können diese aber in die Sprache des Managements übersetzen, so dass alle Beteiligten z. B. die Notwendigkeit und operative Umsetzung von IT-Maßnahmen auch wirklich verstehen.

Häufig sind die Vergütungsmodelle von IT-Berater:innen höher dotiert als bei einer reinen Fachkarriere. Meist kommen auch ein variables Vergütungsmodell und ein Firmenwagen hinzu, was natürlich aber auch Reisezeit und Abwesenheit vom Wohnort bedeutet.

Strategieberatung versus technische Umsetzung

IT-Berater:innen sind mehr als „nur“ reine Berater:innen. Sie decken im Rahmen von eingehenden Analysen mögliche Fehler in IT-Konfigurationen oder -Netzwerken auf, schlagen Maßnahmen zu deren Lösung vor und können die Maßnahmen im besten Fall auch gleich selbst durchführen. Kurz: IT-Berater:innen sind Allrounder, die sowohl etwas von der IT-Praxis verstehen als auch wissen, wie die oftmals komplexen technischen Hintergründe für andere Unternehmensbereiche verständlich aufbereitet werden können.

Je nach Ausrichtung des Beratungsunternehmens arbeiten IT-Berater:innen entweder eher strategisch auf einem hohen Abstraktionslevel in der Prozessebene oder mehr umsetzungsorientiert in der Technikebene.

Die Berufsbezeichnung „IT-Consultant“ oder „IT-Berater:in“ ist in Deutschland übrigens nicht geschützt. Deshalb ist es für Auftraggeber immer wichtig, die Referenzen zu kennen. Bewerber:innen müssen ihre Fähigkeiten meist auch anhand von Zertifikaten belegen, da Projektangebote und -abrechnungen auf Basis von Erfahrung und Qualifikation vergütet und eingestuft werden.

Hier finden Sie einen Auszug möglicher Aufgaben von IT-Berater:innen:

  • Umfassende Beratung von Kunden zur Einführung von neuer Software oder IT-Lösungen
  • Tiefgreifende Bedarfsanalyse beim Ermitteln der benötigten Soft- und Hardware
  • Digitalisierung von Prozessen und Abteilungen
  • Entwicklung, Planung und Umsetzung von IT-Konzepten
  • Implementierung von neuer Software
  • Administration von Software- oder Netzwerklösungen
  • Kontinuierliche Auswertung der IT-Infrastruktur
  • Coaching und Schulung von Mitarbeiter:innen
  • Durchführung von Qualitätskontrolle
  • Prüfen der IT-Sicherheit
  • Kostenkalkulation für die Einführung von IT-Lösungen

Welche Fähigkeiten müssen IT-Berater:innen mitbringen?

Resilienz: Da IT-Projekte häufig knapp getaktet sind, müssen IT-Berater:innen vor allem unter Zeitdruck und mit vielen Änderungen arbeiten können, es ist ein hohes Maß an Widerstandskraft gegen Stress erforderlich. Ähnlich flexibel wie bei den Einsatzorten sollten IT-Berater:innen auch bei ihren Arbeitszeiten sein. Denn es ist nicht selten, dass die reguläre Arbeitszeit aufgrund von Zeitdruck oder im Notfall deutlich überschritten wird.

Kommunikation: IT-Berater:innen müssen in der Lage sein, komplexe Sachverhalte einfach erklären zu können. Hierzu sind neben der Kommunikationsfähigkeit auch eine gute Rhetorik sowie eine gute Präsentationsfähigkeit wichtig. Diplomatisches Fingerspitzengefühl und Durchsetzungsfähigkeit sind ebenfalls elementar.

Didaktik: Da IT-Berater:innen auch Schulungen für Mitarbeiter:innen durchführen, sollten sie ein gewisses didaktisches Verständnis und Geschick mitbringen.

Englisch: In internationalen Teams ist Englisch die Verkehrssprache. Deshalb sollten IT-Berater:innen zumindest Englisch fließend beherrschen. Da Englisch auch die Sprache der IT ist, sollte das keine große Hürde für künftige IT-Berater:innen sein. Wer noch weitere Fremdsprachen spricht, ist als IT-Consultant vor allem bei internationalen Projekten im Vorteil.

Branchen: IT-Berater:innen werden gerade deshalb gerufen, weil sie der Inhouse-IT-Abteilung in der Regel deutlich mehr Fachwissen voraushaben. Nicht selten spezialisieren sich IT-Berater:innen auch auf eine bestimmte Branche. Denn mittlerweile sind IT-Projekte häufig so komplex und mit branchenspezifischen Anforderungen gespickt, dass IT-Berater:innen mit profunden Branchenkenntnissen die Probleme des Unternehmens besser lösen können als Kolleg:innen mit sehr allgemeinen Kenntnissen.

Technik: IT-Berater:innen sollten die Software und Hardware gut kennen, welche von Unternehmen eingesetzt wird.

BWL: IT-Berater:innen sind keine reinen Programmier:innen oder Techniker:innen. Deshalb sind BWL-Kenntnisse wichtig, um z. B. Vorgaben zu Kosten oder ROI bei der Konzeption von IT-Projekten besser berücksichtigen zu können bzw. ein Verständnis dafür aufzubringen.

Der goldene Weg

Es gibt keine pauschale Empfehlung, denn die Entscheidung für einen der Karrierewege hängt von den persönlichen Voraussetzungen und Vorlieben ab. Die Vorteile der IT-Beratung liegen in Entlohnung, Karrieregeschwindigkeit und großer Abwechslung. Es gibt kaum Routine und man lernt verschiedene Herangehensweisen, Menschen, Themen und Unternehmen kennen. Aber Reisen, wechselnde Themen und Projektdruck sind nicht für jeden geeignet. Doch die Unternehmen der IT-Beratung haben viele Unterschiede hinsichtlich Kundentypen, Projektabläufe, Technologietiefe, Reisebereitschaft oder Projektdauer.

Falls Sie offen für einen Wechsel sind, kommen Sie auf das Team von scoopIT zu! scoopIT rekrutiert für sehr viele, vor allem mittelständische IT-Beratungen und hat einen guten Überblick. Sie finden gemeinsam heraus, welches Unternehmen das Richtige für Sie ist.

Artikel von:
Uta Fendt, scoopIT
Uta Fendt
Management Consultant
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